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Sep 7

Erstellt von: Astrid Vötter
07.09.2009 13:28 

 

Manchmal sind es die Eigenheiten des Partners, die am Anfang so faszinierend waren, die nach einer gewissen Zeit aber als störend empfunden werden. So wird ein freiheitsliebender Mensch manchmal in der Beziehung als verantwortungslos und unzuverlässig erlebt. Ein Partner hingegen, dessen gepflegtes Äußeres zu Beginn der Beziehung besonders geschätzt wurde, wird verurteilt weil zu viel Zeit dafür verwendet wird.
Wenn man sich aneinander gewöhnen soll, ohne dass die eigene Identität bedroht wird, kommt man nicht daran vorbei, bestimmte Entscheidungen zu treffen und Kompromisse zu machen.  Mit dem Kopf durch die Wand kann sehr leicht zum Ende der Partnerschaft oder Ehe führen. Hier gilt es, zusammen zu arbeiten und sowohl die eigenen, als auch die Gefühle und Bedürfnisse des anderen zu berücksichtigen  ein eindeutiges "Ja" oder "Nein" zu sagen. Wichtig ist dabei, über die Wünsche des Anderes bescheid zu wissen, das heißt, Kommunikation in der Partnerschaft – Ehe sind einer der wichtigsten Bausteine.  Eine Partnerschaft bedeutet ständiges Arbeiten. Zu erkennen, wo die Grenzen liegen. Wie Krisen und Konflikte zu Beginn einer Partnerschaft gelöst werden, beeinflusst das Handeln dafür, wie spätere Ehekrisen gelöst werden. 
 
 
Die Geburt des ersten Kindes – oft Auslöser für die erste große Krise in der Ehe
Für beide Partner ist die Geburt des ersten Kindes eine Neuorientierung in der Partnerschaft, eine neues Wir muss gefunden werden, und das ist nicht leicht, wenn man täglich mit der Versorgung von einem Neugeborenen beschäftigt ist. Man hört sehr viel von den Belastungen und trotzdem denkt man vor der Geburt des Kindes oft nur dann die romantische Vorstellung von einem wunderbaren, gut duftenden Wesen, dass einem anlächelt und schön vor sich hinschläft.
 Die Wirklichkeit holt einem sehr schnell ein. Zu wenig  Schlaf, ein schreiendes und hungriges Kind, das die ganze Zeit herumgetragen werden will, entsprechen schon eher der Realität. Schreien ist für das Neugeborene in den ersten Monaten  die einzige Möglichkeit zu kommunizieren, seine Bedürfnisse zu äußern. Diese aufreibende Prüfungen , die den Alltag gestalten, belasten häufig die Partnerschaft sehr.
Der Vater freut sich auf das Kind genau so wie die Mutter. Und trotzdem schleicht sich bei ihm öfter das Gefühl ein, auch wenn er es vom Kopf her anders sehen will, dass das Kind zwischen ihnen und dem Partner steht. Der Mann hat oft das Gefühl, das alles andere vor Ihm kommt, dass er keine wichtige Rolle mehr in der Familie hat.  Es entsteht Eifersucht auf das Kind, es wird als Konkurrent hinsichtlich der Aufmerksamkeit der Frau empfunden. Der Mann kann fordernd werden, weil er sich nicht mehr beachtet fühlt. Verstärkt tritt dies in Erscheinung, wenn der Mann noch nicht „reif“ genug für eine Vaterschaft ist.
Oft kommt es vor, dass der Vater aus der „Versorgung“ des Neugeborenen herausgehalten wird. Dadurch verstärkt sich das Gefühl der Isoliertheit. Die Mutter neigt oft dazu, sich alleine um das Neugeborene zu kümmern, anstatt den Vater vom ersten Tag an zu involvieren.  Dadurch entsteht fehlende Nähe zwischen den Partnern. Diese fehlende Nähe, wirkt sich  auch negativ auf das Sexualleben aus.
Der Vater wird sich immer mehr distanzieren, weil er es nicht anders kennt, als „herausgehalten“ zu werden. Dadurch ergibt sich eine enge Verbindung zwischen Mutter und Kind, der Vater bleibt oft Außen vor.
Was nun passiert, ist unausweichlich, der Vater fühlt sich ausgestoßen, vernachlässigt, die Mutter fühlt sich alleine gelassen und isoliert von der Umwelt.
Es ist ganz wichtig, dass man sich auch nach der Geburt des Ersten Kindes zusammen setzt und über seine Bedürfnisse spricht. Es ist eine Veränderung ins Leben getreten, die vor der Geburt, nicht geplant werden konnte, hat man auch noch so oft darüber gesprochen, wie man es „machen“ wird.
Vernachlässigung und Isolation schleichen sich ein, also ganz wichtig, in Kommunikation mit dem Partner bleiben. Wie fühlt sie/er sich? Was fehlt ihr/ihm in der Partnerschaft?
Durch das Kind, ist die Mutter oft überfordert, da sie sich besonders viel mit dem Baby beschäftigt, so kann es auch sein, dass die Frau für Sexuelle Aktivitäten nicht viel erübrigen kann. Die Aufmerksamkeit und Liebe, die sie ihrem Kind entgegenbringen, powert sie aus und für Ihren Partner bleibt nichts mehr übrig. Erschöpfung ist die Folge und die Rolle als Ehefrau und Sexualpartnerin rückt in den Hintergrund. Auch der Körper hat sich verändert, ihr Hormonhaushalt…
Auch hier gilt es, in Kommunikation zu bleiben. Für die Mutter gilt, zuzugeben, wenn sie erschöpft und überfordert und Hilfe vom Partner benötigt , dies ist vollkommen normal und für den Vater gilt, hier seiner Partnerin beizustehen und ihr zu zeigen, dass er für sie und das Neugeborene da ist, dass er seine Partnerin auch trotz Körperlicher Veränderung, liebt, begehrenswert findet und schätzt.
Probleme in der Sexualität nach der Geburt des Ersten Kindes sind oft Ausgangspunkt für tief greifende Krisen und Veränderungen in der Partnerschaft. Jeder für sich zieht sich aus „Enttäuschung“ zurück, anstatt über seine Bedürfnisse, Ängste und Sehnsüchte zu sprechen.
 
Ihre Dipl. Partnerschaft- und Persönlichkeitsberaterin
Astrid Vötter

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